Kirche St. Martin
Nach einer Urkunde im Kloster St. Gallen stand um 800 das erste Gotteshaus des Rohrdorferbergs in oder bei Remetschwil und scheint dem heiligen Martin geweiht gewesen zu sein. Als Erbauer kommen merowingische Könige in Frage, die dem heiligen Martinus zahlreiche Kirchen gebaut haben.
Der Name Rohrdorf selber erscheint zum ersten Mal im Jahre 1040 in einem Vergabungsbuch des Klosters Einsiedeln.
Seit 1229 besassen die Herzoge und Grafen von Habsburg das Patronat der Kirche Rohrdorf. 1413 vergabte Herzog Friedrich von Österreich die Kirche ans Spital Baden. Bis 1872 setzte der Stadtrat von Baden als Verwalter des Spitals die Pfarrer von Rohrdorf ein.
Als 1528 der Zürcher Reformator Zwingli über den Heitersberg nach Bern zu Glaubensgesprächen zog, nahmen die Rohrdorfer den neuen Glauben an, kehrten jedoch bereits 1531 zum angestammten Glauben zurück, nachdem die acht alten Orte siegreich aus dem Kappelerkrieg hervorgegangen waren. So sind die Wappen der acht alten Orte an der Südseite des Kirchturmes zu verstehen.
1638 wurde unter Pfarrer Mathias Feurer ein neues Gotteshaus erbaut, welches 1939 bis auf den Grund abgebrochen wurde. Nur der Turm stammt noch aus dem 17. Jhd. Die heutige St. Martinskirche wurde 1939/40 erbaut. Sie umfasst ca. 400 Sitzplätze.
Der Kirche gegenüber steht die unter Pfr. Feurer errichtete Kaplanei, in deren Parterre die erste Schule am Rohrdorferberg untergebracht war. Das Pfarrhaus wurde 1752 in der heutigen Form gebaut.